Der Liebeskoch

So manches Mal kam ich mir vor
Wie ein exotischer Koch:
Süßholzraspeln an Pferdeohr
Mein Leibgericht zur Zeit, doch
Ist das nicht alles, was drin ist,
Denn da ist noch vieles mehr.
Achte drauf, dass man nichts vergisst,
Verdirbt den Geschmack zu sehr.

Zu diesen Raspeln reiche ich
Salat, so köstlich und frisch.
Nur das Beste kommt ewiglich
Auf Deinen gedeckten Tisch.
Gewachsen auf Vergangenheit,
Gedüngt jedoch mit Zukunft.
Ist er erst reif ist er bereit
Und bringt hervor die Vernunft.

Dazu Kroketten der Liebe,
Frisch frittiert in Leidenschaft,
Garniert mit der Sehnsucht Triebe
Und erhitzt mit Eifers Kraft.
Knusprig goldbraun ihre Hülle,
Warm und schmackhaft innendrin,
Sind für Dich in aller Fülle,
Nur für Dich stell ich sie hin.

Ich empfehle auch die Bohnen
der erlangten Vertrautheit,
gereift am Strauche der Lektionen,
gar gekocht in Zweisamkeit.
Sie enthalten für Dich alles
Was ein Herz sich wünschen kann.
Und im Falle eines Falles
Kommt noch etwas Butter dran.

Und das Rezept von meiner Soß'
Ist so einfach und so gut,
Denn hinein kommt ja schließlich bloß
Reuetränen und Herzblut.
Verührt mit einem Schneebesen
Den man aus Fehlern hat gemacht,
Die Klumpen hab ich rausgelesen
Und schon lange fortgebracht.

Das Essen ist angerichtet,
Es steht für Dich schon bereit.
Und wie ich auch schon berichtet:
Keine Mühe wurd' gescheut.
Drum setz' Dich, lass es Dir schmecken,
Diesen Deinen Herzensschmaus.
Den Geldbeutel lass ruhig stecken,
Denn die Rechnung geht auf's Haus.


Geschrieben von Björn "Islaender" Steinert, 2005