Dichterklage

Vor langer Zeit in fernem Land...
Nein, klingt zu bekannt!

Eines Tages muss es sein...
Nein, so klingt kein guter Reim!

Hör nur zu und denke nach...
Nein, das klingt zu flach!

Als Anthro sollte man stets wissen...
Herrje, auch das klingt zu bescheiden.

Der Anfang ist das Ende,
Kaum fängt es an ist es vorbei.
Ich krieg sie nicht, die Wende,
Verfluchte Reimerei!

Kein Satzgefüge, kein Gar nichts drin!
Aussage, Tiefgang: Fehlanzeige.
Grad den Kreuzreim krieg ich hin...
Die Inspiration geht wohl zur Neige.

Selbst die Reime klingen gezwungen.
Sind unterschiedlich lang.
Und jetzt hab ich mich durchgerungen
Erst mal kein Gedicht mehr anzufang‘

Der Wille ist da, das ist es nicht,
Es ist nicht wirklich das Problem.
Denn woran es mir gebricht:
Wie soll's nach dem ersten nur weitergeh’n?

Und jetzt mach ich hier besser Schluss,
Ich kann es schlichtweg nicht ertragen,
Den Mist, den Murks, hier diesen Stuss
Euch weiter vorzutragen.


Geschrieben von Björn "Islaender" Steinert, 2005