Kerker

Ich stehe in einem Raum,
alles dunkel, kein Licht zum schau'n.
Ich fühl' den Boden, fühl' die Wand,
rauhen Stein an weicher Hand.

Ich sehe nur schwarz, keine Farben, kein Licht.
Keine Nahrung, kein Essen, nur der Verzicht.
Ich sitze am Boden und spüre die Ketten
die mich binden, um Euch zu retten.

Ich bin einsam, bin allein,
keiner will, keiner darf hier bei mir sein.
Mein Kerker, ein Gefängnis, Befreiung zugleich,
Zelle für mich, Freiheit für Euer Reich.

Ich will es nicht, kann es nicht mehr hör'n
Ich bin nur geschaffen, um zu zerstören.
Meine Kraft, meine Macht so unglaublich groß,
Bitte, bitte, macht mich nicht los!

Ich liebe die Erde, liebe das Licht,
doch etwas in mir tut eben dies nicht.
Ich kann nichts machen, kann nichts tun,
kann nicht schlafen, kann nicht ruh'n.
Immer der Drang auf die Stimmen zu hören,
meine Macht zu entfesseln, zu töten, zerstören.
Ich bin Gut und bin Böse zugleich,
bin Licht und Dunkel in Eurem Reich.
Lasst Ihr mich los, seid Ihr verdammt,
gerichtet, gemordet durch meine Hand.


Geschrieben von Björn "Islaender" Steinert, 2001