Umbruch

Geradeaus, geradeaus,
Immer weiter geradeaus.
Der Weg, den Du gewohnt,
Der Dich von Unheil verschont.
Sicher, bequem, stabil.
Ändern wird sich dort nicht viel.

Doch dichter Nebel zieht herauf,
Du hältst nicht inne in Deinem Lauf.
Stolperst durch die grauen Schleier,
Drehst weiterhin die gleiche Leier.
Immer weiter im gleichen Trott,
Rennst immerzu und kommst nicht fort.

Doch irgendwann, ist Dir bekannt,
Weit vor Dir: Die Steilwand.
Und Du immer noch im vollen Lauf,
Nimmst auch noch direkt Kurs darauf.
Du kannst nicht halten, kannst nicht steh‘n,
Die tödlichen Klippen kannst Du nicht seh‘n.

Du kannst nach links und kannst nach rechts,
Ob‘s Gutes bringt, oder nur Schlechts
Kann Dir leider keiner sagen,
Es sieht so als, müsstest Du’s wagen
Den schweren, ersten Schritt zu tun
Nur kurz, ganz kurz mal auszuruh’n.

Schau doch einmal genauer hin,
Welche Richtung macht mehr Sinn?
Alles ist besser als geradeaus,
Denn irgendwann, da ist’s dort aus.
Links oder rechts oder querfeldein?
Welche Entscheidung soll‘s denn sein?

Ich bitte Dich, überleg’s Dir gut,
Hab Vertrauen, fass neuen Mut.
Denk an die Klippen, wage den Schritt,
Wohin Du auch gehst, ich gehe mit.
Doch bitte denke auch noch dran:
Die Klippen kriechen an Dich ran.

Noch kannst Du es selbst bestimmen,
Dem erzwungnen Umbruch noch entrinnen.
Noch kannst Du sagen, wohin es geht,
Zögere noch lang und es ist zu spät.
Doch Denke weise, sei kein Tor,
Der Umbruch steht Dir kurz bevor.


Geschrieben von Björn "Islaender" Steinert, 2001