Vom positiven Denken

Ich hatte heute einen Traum,
So irreal, man glaubt es kaum...
Ich sah mich in der Schwärze steh’n
Leben zu Ende, Zeit zu geh’n.

Ich sah den Tod wie er dort stand,
Sense und Sanduhr in der Hand.
Sein bleicher Schädel grinst‘ mich an,
Winkt‘ mich eifrig zu sich heran.

Zitternd stand ich dann dicht vor ihm,
Sah mein Leben vorüber zieh’n.
Die Augen starrten stets auf mich,
War‘n leer und kalt schon ewiglich.

Doch plötzlich tönt ein Himmelschor,
Dort aus dem Dunkel jäh hervor.
Hufgetrappel nähert sich,
Umgibt, umspielt, umarmt mich.

Tausend Pferde oder mehr,
Wie ein wahres Geisterheer
Kommen sie zu mir gerannt,
Und der Tod hebt seine Hand.

Ehe der Schnitter mich berührt
Ist es dann auch schon passiert.
Pferde haben mich entführt
Kaum dass ich ihr Fell gespürt.

Eins trägt mich stolz auf seinem Rücken,
Hinfort vom Tod und seinen Blicken.
Die Wilde Reise geht hinauf,
Erleichtert atme ich da auf.

Die Schwärze, sie bleibt tief zurück,
Ich schenke ihr nicht einen Blick,
Schau lieber nur schnurstracks nach vorn,
Fast hätte ich mich selbst verlor’n.

Fast hät' ich es zugelassen,
Fast bekäm‘ er mich zu fassen,
Der Tod, voll Dunkel, voller Hass,
Doch auf die Pferde ist Verlass!

Wann immer es mir schlecht erging
Fuhr ich stets zu den Pferden hin.
Und stehe ich am Ende hier
Kommen die Pferde dann zu mir.

Es ist wirklich niemals zu spät,
Man muss nur wissen, wie es geht.
Dem Tod von der Schippe springen,
Mut zum Lachen, Tanzen, Singen.

Etwas Freude hat jedermann
Worauf man sich besinnen kann.
Es lohnt nie sich aufzugeben,
Hab viel Spaß an deinem Leben.

Sterben wird ein jeder mal,
Und da ist es dann egal
Wie man sein Leben hat gelebt,
gefühlt, gelitten und gestrebt.

Doch ist am Ende alles gleich,
Egal ob Hölle, Himmelreich,
Nirvana, Leben nach dem Tod,
Kommt nach des Lebens Abendrot.

Was da kommt bleibt abzuwarten
Wir können mit unser’n Taten,
Gefühlen und auch unserm Lachen,
Uns selbst mal eine Freude machen.

Trübsal und Tränen gibt's zuviel,
Die Welt, ein wahres Trauerspiel...
Man sollt' dazu übergehen
Auch das Schöne hier zu sehen

Die Reise ist nun auch zu Ende,
Ich schau wieder auf meine Wände,
Auf meinen Schreibtisch und mein Bett...
Auf Erden ist es doch ganz nett.


Geschrieben von Björn "Islaender" Steinert, 2005